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programm
wir beschäftigen uns mit den möglichkeiten interpretativer kultur- und gesellschaftsanalyse und -kritik. im mittelpunkt unserer aufmerksamkeit stehen dabei erstens expertendiskurse und expertenkulturen, zweitens alltagspraktiken sowie ökonomische, persönliche und berufliche beziehungsformen. drittens techniken des selbst (wie autobiographische erzählungen, konsumpraktiken und verschiedene formen von internet-‚präsenz’). medien der erfahrung, der wissensformierung und der wissensrepräsentation sind in allen drei wirklichkeitsbereichen wirksam. ein fokus des arbeitskreises liegt auf der theoretischen und methodischen verschränkung von diskursanalyse und biographieanalyse. bezugspunkte sind dabei insbesondere wissenssoziologische, feministische, ungleichheitstheoretische und gouvernementalitätstheoretische ansätze. medientheoretische und ‚gouvernmediale’
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überlegungen finden neuerdings unsere besondere aufmerksamkeit. die analyse ökonomischer, medialer und kultureller strukturen steht dabei in einer produktiven spannung zur subjektorientierten perspektive, in der primär die selbstwahrnehmung alltäglicher wie auch außeralltäglicher phänomene thematisiert wird.
wir begreifen ‚diskurse’ als gesellschaftsweit oder milieuspezifisch institutionalisierte und normative, normierende oder normalisierende aussagekomplexe. sie durchdringen und konstituieren überzeugungen und selbsttechniken hinsichtlich zu bewältigender handlungsprobleme in beinahe allen lebensbereichen. ihre wirksamkeit besteht darin, dass sie (z.B. wissenschaftliche) wahrheitseffekte produzieren, wobei ihre autorenschaft meist ausgeblendet bleibt. diskurse regulieren selbst-, macht- und ungleichheitsverhältnisse und stehen in problematischer wechselwirkung mit tausch- und produktionsverhältnissen.